Hallo Ihr Lieben,
ich sitze grad m Flughafen von Cebu und warte auf meinen Inlands-Flug nach Palawan. Und da dachte ich mir, ich überbrücke die Wartezeit mal mit einem Bericht zu Malapascua. :)
Hier nochmal eine Übersicht, welche Orte ich auf der Insel Cebu besichtigt habe.
Angefangen natürlich bei Moalboal im Südwesten, wo ich ja die meiste Zeit war.
Letztes Wochenende dann musste ich während des Taifuns (der sich zum Glück deutlich abgeschwächt hatte, als er auf Land traf) zwei Nächte in Cebu City verbringen. Und von dort bin ich dann weiter nach Malapascua, einer kleinen Insel ganz im Norden der Insel Cebu.
Ganz allgemein muss ich vorab mal sagen: Ich glaube, die Tage rund um das Wochenende in Cebu und die Ankunft in Malapascua waren vermutlich die schwierigsten bisher was meine Stimmung angeht. Ich war echt gar nicht gut drauf und es hat auch einige Tage gedauert, bis ich mich aus meinem Stimmungstief herausgearbeitet habe.
Hauptgrund ist, glaube ich: Ich hatte ja dann ungeplant fast zwei Monate mehr zum Reisen und das hieß, dass ich wieder viel allein unterwegs sein würde. Und das Schöne an Moalboal war eben die Gruppe aus Divemaster-Trainees, so dass man auch mal eine Art stabiles soziales Netz hatte. Und das dann wieder aufzugeben, war doof. Es hätte wirklich keinen Sinn gemacht, in Moalboal zu bleiben. Da gab es für mich einfach nichts mehr zu sehen und die Gruppe war ja eh am Auflösen, weil alle nach ihrem Divemaster weiterziehen. Aber trotzdem war die Aussicht auf nochmal zwei Monate alleine reisen eher schwierig für mich. Ist eben doch was anderes als „alleine“ im Heimatland zu sein, denn da hat man ja immer Familie, Freunde und Kollegen um sich und somit regelmäßige soziale Kontakte.
Über zwei Wochen grauer Himmel, das miserable Wetter in Cebu und Cebu selbst als Stadt haben sicher ihr Übriges getan. :)
Und das Blöde wir dann: Ich habe mich schlecht gefühlt und genau deswegen habe ich mich gleich nochmal doppelt schlecht gefühlt. Denn ich weiß ja, was für ein absolutes Privileg ich hier eigentlich habe.
Aber inzwischen geht es mir wieder sehr gut und freue mich total auf das letzte Viertel meines Sabbaticals. :)
Wahnsinn, wie die Zeit vergeht…
Kurz zu Cebu City: Ich hab keine Fotos parat, ich fand die Stadt absolut nicht fotografierbar. :)
Welche Stadt ist das schon bei einem nahenden Taifun? Aber so isses eben… :)
Hatte mir dort für eine Nacht ein gutes Hotel genommen, um das schlechte Wetter für einen Besuch in deren Fitnessstudio zu nutzen. Die zweite Nacht war ich dann in einer günstigeren Unterkunft.
Bin ansonsten auch mal in zwei Einkaufszentren gegangen. Ich fand eigentlich immer, dass es in Asien sehr coole Klamotten gibt. Bin hier aber irgendwie so gar nicht fündig geworden…Das Einzige, was ich gekauft habe, waren Ohrstöpsel im Decathlon. ;)
(Die sind hier einfach IMMER hilfreich, weil überall spätestens um sechs Uhr morgens ein irres Hühner- und Hunde-Gebrüll beginnt)
Somntag ging es dann 4,5 Stunden mit dem Bus nach Norden zum Hafen für Malapascua und dann ca 45 Minuten mit dem Boot auf eben jene Insel.
Ich muss sagen, ich war erstmal gar nicht so begeistert von der Insel. Hat aber, glaube ich, auch viel mit meinen Erwartungen zu tun. Irgendwie haben alle so von der Insel, ihren Stränden und dem „Vibe“ dort geschwärmt, dass ich das absolute Paradies vor Augen hatte. Plus natürlich tolles Tauchen mit Fuchshaien und anderen Tieren.
Meistens ist es beim Tauchen ja so, dass man an irgendwelchen schönen Orten und Stränden ist und dort eben auch gut tauchen kann.
Aber es fühlt sich trotzdem immer ein bisschen wie eine Nische an.
In Malapascua dagegen war im Grunde die gesamte Wirtschaft und der gesamte Wohlstand der Insel komplett vom Tauchen abhängig. In erster und zweiter Reihe zum Strand drehte sich eigentlich jedes Gebäude ums Tauchen. Tauch-Resorts, Tauch-Zentren, Tauch-Shops. Selbst im Inneren der Insel gab es noch diverse Tauchzentren. Hab ich in dieser Dichte echt noch nie gesehen. Da müssen echt jeden Tag gefühlt tausend Taucher unterwegs sein.
Und das hat für mich auch die eigentlich ganz netten Strände etwas kaputt gemacht. Denn man sieht überall nur Boote. Am Weststrand könnte man eigentlich sicher einen tollen Sonnenuntergang sehen. Aber da war eben auch der Pier von der Insel und der Horizont war ungelogen komplett verdeckt durch Boote. Auf einer Insel sicher ein bisschen nachvollziehbar. Aber war schon extrem.
Und ich kann mir einfach auch nicht vorstellen, dass diese Masse an Booten und Tauchern nachhaltig ist für die Riffe dort und das ist schade.
Auf der Insel selbst fragt man sicher leider auch, wo eigentlich das ganze Geld der Taucher hinfließt. Bei der lokalen Bevölkerung scheint es kaum anzukommen. Die wohnen leider überwiegend wirklich in absoluten Bruchbuden. Kann man leider einfach nicht anders sagen und tut einem dann auch echt Leid.
Was aber ulkig ist: Für eine Karaoke-Maschine mit fettem Lautsprecher hat das Geld immer gereicht… :)
Sogar am Strand haben die das aufgebaut und Karaoke gesungen.
Leider war auch das Wetter SEHR wechselhaft. Es hat fast jeden Tag mindestens einmal richtig kräftig geschüttet und am Anfang hat es quasi zwei Tage durchgeregnet. Zwei Tage später aber wiederum habe ich mir brutal das Gesicht verbrannt. ;)
Am Ende habe ich es ja trotzdem über eine Woche dort „ausgehalten“. :)
Zum Einen hatte ich mich eh für einen Ansatz von „weniger ist mehr“ entschieden bei den Orten, die ich auf den Philippinen besuchen möchte. Zum Anderen hatten sich für das Wochenende Haley und Ellen aus dem Divemaster-Programm angekündigt, die wollten auch gerne mit den Fuchs-Haien tauchen. Und das fand ich dann sehr schön, nochmal Zeit mit den beiden zu verbringen und mit ihnen tauchen zu gehen.
Daher bin ich dann am Ende erst gestern, also nach acht Tagen, wieder zurück nach Cebu City. Ich durfte/ musste hier dann leider nochmal eine Nacht verbringen. ;)
Hab mich dann wieder ins gute Hotel eingebucht und das Fitnessstudio genutzt. Und Dave aus dem Divemaster-Programm war gestern Abend zufällig auch noch einmal in der Stadt und wir haben uns auch mit ihm getroffen.
Das Tauchen in Malapascua war schon cool und irgendwann hab ich mich auch allmählich auf der Insel ganz wohlgefühlt. Hab mich an mehreren Tagen auch einfach mal von Café zu Café bewegt, gelesen und Löcher in die Luft geguckt. War auch mal nicht schlecht.
Und die Fuchshaie sind schon sehr cool gewesen. Deren langer Schwanz ist wirklich irre beeindruckend und sie bewegen sich auch sehr elegant. Der Schwanz dient übrigens dazu, dass sie bei Fisch-Schwärmen den Schwanz quasi als Peitsche benutzen, um auf den Schwarm einzudreschen und dabei Fische bewusstlos zu schlagen. Und die können sie dann in Ruhe fressen.
Für Menschen sind sie ungefährlich, wir sind zu groß für sie.
Und dort, wo wir die gesehen haben, sind morgens eigentlich IMMER Fuchshaie zu sehen. Das liegt daran, dass sie nachts zum Jagen in flachere Tiefen hochkommen. Und morgens lassen sich dann an der Stelle von Putzerfischen reinigen. Danach tauchen sie wieder in Tiefen von 200-500 Metern ab.
Daher bedeutete das Tauchen mit den Fuchshaien SEHR frühes Aufstehen.
Ich bin da ja dann 2x hin mit zwei verschiedenen Anbietern. Beim ersten musste ich immerhin erst um 05:45 Uhr am Tauchzentrum sein, beim zweiten um 5 Uhr… Und dann gehts auch erstmal eine Stunde mit dem Boot raus.
Leider leider hatten wir ansonsten weniger Glück. Man könnte dort wohl auch Tigerhaie, Manta-Rochen und Walhaie sehen. ;)
Aber die Fuchshaie waren toll!
Hier mal meine Eindrücke von der Insel und vom Tauchen.
Das war dann die Fähre zurück aufs Festland. Wir mussten schon sehr fokussiert sein, um mit unserem Gepäck über die Planke aufs Schiff zu kommen.
Aber DAS?! :)
So und nun geht es in ca. einer Stunde mit dem Flieger nach Palawan. Das ist eine schmale Inselkette ganz im Westen der Philippinen.
Das soll eigentlich mit Abstand die schönste Inselgruppe sein, ähnlich zu Palau, der Halong-Bucht in Vietnam und der Phang Nga Bucht in Thailand. Karstfelsen, kristallklares Wasser, wunderschöne Sandstrände und Tauchen an japanischen Schiffswracks aus dem zweiten Weltkrieg.
Und es soll dort mit Abstand am Touristischsten sein.
Aber gut, freue mich jetzt drauf und bin sehr gespannt, wie es mir dort gefällt. :)
Ich berichte dann vermutlich Ende Februar von Palawan, wenn ich nochmal für zwei Tage in Manila bin.
Lasst es euch gut gehen!
Euer Steffen
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